Am 17. Oktober des Jahres 1965 erhielt die Feuerwehr ein zweites Fahrzeug, ein TLF 16. In diesem Jahr hatte die Feuerwehr 49 Mann, 26 der Löschzug Außen, 23 der Löschzug Bettingen. Die Jugendfeuerwehr bestand aus 23 Jugendlichen. Im Jahr 1965 gab es, wie im Vorjahr, jeweils zwei Brandeinsätze, während das Jahr 1966 ohne Einsätze vorüberging.

 

Im Oktober 1967 wurde das Feuerlöschwesen im Saarland durch das Gesetz über den Feuerschutz im Saarland neu geordnet. Am 1. Februar 1968 trat die daraus re-sultierende Feuerschutzordnung der Gemeinde Schmelz in Kraft. Sie ordnete die Freiwillige Feuerwehr neu. Anstelle der Löschzüge Außen und Bettingen wurden 4 Löschzüge neu aufgestellt und damit die Voraussetzung für eine noch intensivere Integration geschaffen, weil in den Folgejahren die Zuordnung neuer Feuerwehrmänner nicht mehr nach Ortsteilen erfolgte. 1968 wurden zudem die noch vorhandenen Luftschutzsirenen mit der Feuerwehrsirene in einer Sirenensteuerzentrale gekoppelt. Dadurch wurde die Alarmierung im Brandfall noch einmal verbessert.

 

Nachdem der bisherige Amtswehrführer Johann Leistenschneider aus Hüttersdorf die Altergrenze von 66 Jahren erreicht hatte, wurde am 05.05.1968 der bisherige Wehrführer der Feuerwehr Schmelz Josef Jakobs zum Amtswehrführer gewählt.

Seine Nachfolge in der Funktion des Wehrführers von Schmelz übernahm Helmut Hoffmann, der die Schmelzer Wehr in dieser Funktion bis zum 31.12.1973 führte. Er setzte die Integrationsarbeit seines Vorgängers und Onkels Josef Jakobs fort. So wurde anlässlich des Floriantags am 04.05.1969 zum ersten Mal eine gemeinsame Kameradschaftsfeier durchgeführt. Im gleichen Jahr wurden die Beiträge der aktiven Wehrmänner erstmals in eine gemeinsame Kasse zugeführt, wobei die Beiträge der inaktiven Mitglieder auch weiterhin in den jeweiligen Löschzugskassen geführt wurden. Die Zusammenführung dieser Kassen sollte in den Folgejahren nicht ohne weiteres gelingen und ist noch heute in geselliger Runde Gegenstand der ein oder anderen Außen-Bettinger Anekdote.

 

Am 11.10.1970 segnete Pastor Hensler auf dem Marktplatz ein neues LF 8 Lösch-fahrzeug (Hanomag) ein. Diese Neuanschaffung war zum einen erforderlich geworden, weil das alte LF 8 der Marke Citroën in die Jahre gekommen war und die Einsatzbelastung der Wehr merklich gestiegen war. So kam die Feuerwehr 1970 neunmal zum Einsatz, eine Vervierfachung der Einsätze im Vergleich zur Mitte der 60er Jahr. Die neue Zeit, d. h. die Zunahme an Automobilen auf den Straßen und die damit verbundenen technischen Einsätze bei Unfällen, stellte neue Anforderungen an die Wehr. Schwerpunkt der Einsätze wurden mehr und mehr technische Einsätze, während die Anzahl der Brände weitgehend konstant blieb. Die Ausstattung des neuen LF 8 war auf diese gewandelten Anforderungen abgestimmt.

 

Der Aufbau einer Jugendwehr zeigte Früchte. So hatte die Schmelzer Wehr 1971 60 aktive Feuerwehrmänner, dazu 18 Jugendliche und 11 Mitglieder in der Altersabteilung. Die Anzahl der Einsätze nahm ständig zu. So gab es 1971 bereits 22 Alarmierungen.

 

Im Jahr 1971 findet auch die Freundschaft mit der Feuerwehr von Astfeld in Südtirol und Mitry Mory (Frankreich) ihren Beginn. Die Astfelder Feuerwehr nahm gemeinsam mit den Gruppen von Welsberg und Lüsen am Kreisfeuerwehrtag in Saarlouis teil. Sie wurden in Schmelz untergebracht und knüpften bereits bei dem ersten Besuch enge Verbindungen zu den Schmelzer Feuerwehrmännern. Im darauffolgenden Jahr erfolgte der Gegenbesuch in Astfeld, bei dem die Freundschaft vertieft wurde. Von nun waren wechselseitige Besuche die Regel. Die Freundschaft zu der Feuerwehr und der Bevölkerung zu Astfeld wuchs in den folgenden Jahren und Jahrzehnten über die Feuerwehr hinaus, ihr ist ein eigener Artikel in dieser Chronik gewidmet.

Nachdem 1971 der damalige Wehrführer Helmut Hoffman erste Kontakte zur Feuerwehr in der Stadt Mitry Mory (Frankreich) geknüpft hatte, wurde 1973 innerhalb der Feuerwehr Schmelz beschlossen, dass jährlich Begegnungen stattfinden sollten. Am Florianstag, dem 17. – 18.05.1974, waren erstmals Feuerwehrkameraden aus Mitry Mory zu Gast in Schmelz. Auch dieser Partnerschaft ist ein eigener Artikel in dieser Chronik gewidmet.

 

Im Jahr 1972 errang die Wettkampfgruppe der Schmelzer Feuerwehr bei den nationalen Ausscheidungswettkämpfen in Frankfurt am Main einen ersten Platz. Mit der höchsten Punktzahl wurde die Schmelzer Wettkampfgruppe Bundessieger. Die Wettkampfgruppe der Schmelzer Feuerwehr wurde von Brandmeister Leo Staudt, dem Sohn des langjährigen Wehrführers Peter Staudt, geführt. Ihr gehörten an: Manfred Latz, Heinrich Geibel, Arnold Stein, Alberto Peyo, Werner Groß, Peter Zangerle, Manfred Rödel, Peter Steffen und Alois Petry. Am 07.10.1973 erhielt die Schmelzer Wehr als Preis für den Bundessieg ihrer Wettkampfgruppe vom Deutschen Feuerwehrverband einen Schaumlöschmonitor. Dieser wurde von Kreisbrandinspekteur Richard Laminger im Rahmen der Feuerwehrwettkämpfe auf Kreisebene in Schmelz übergeben, bei dem die Schmelzer Wettkampfgruppen jeweils einen zweiten und dritten Platz belegten. Mit dem Sieg bei den nationalen Ausscheidungswettbewerben hatte sich die Schmelzer Wettkampfgruppe für den internationalen Feuerwehrwettkampf, vom 08. – 15.07.1973 in Brünn (CSSR), qualifiziert. Dort erzielte sie in der Klasse I/A gegen 15 Mannschaften einen hervorragenden zweiten Platz. Dieser Wettkampfgruppe unter der bewährten Leitung von Brandmeister Leo Staudt gehörten Helmut Hoffmann, Alois Petry, Manfred Latz, Heinrich Geibel, Alberto Peyo, Werner Groß, Peter Zangerle, Manfred Rödel und Peter Steffen an. Die Erfolge der Schmelzer Feuerwettkampfgruppe in diesen Jahren kann auch in der Nachschau nur als herausragend bezeichnet werden. Sie wurden nie mehr erreicht.

   
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