Neubau der Feuerwache

 

In das Jubiläumsjahr 1979 fällt auch der Beginn der Bauarbeiten zur neuen Feuerwache im Industriegebiet Hoher Staden. Der Gemeinderat von Schmelz hatte sich dazu entschieden, unmittelbar an der Grenze zwischen den Gemeindeteilen Hüttersdorf und Schmelz eine neue Feuerwache zu bauen. Die Notwendigkeit ergab sich aus dem gewachsenen Fahrzeugpark. Neben dem TLF 16 verfügte die Feuerwehr über einen GW Öl sowie zwei LF 8. Für diese Fahrzeuge zuzüglich der dazu not-wendigen übrigen Gerätschaften war das Feuerwehrgerätehaus an der Prims zu klein geworden. Zudem bestand in dem alten Feuerwehrgerätehaus nicht die Möglichkeit die Feuerwehrmänner theoretisch im erforderlichen Ausmaß auszubilden. Die neue Feuerwache am Hohen Staden kostete die Gemeinde Schmelz rund 1,5 Mio DM. Sie wurde im Rahmen des Florianstages vom 10. und 11. Mai 1980 feierlich eingeweiht. Im Rahmen dieses Florianstages wurden auch Freundschaftsurkunden mit der Partnerwehr von Mitry Mory ausgetauscht. Der Austausch dieser Feuerwehr-urkunden zwischen den befreundeten Feuerwehren führte letztendlich auch dazu, dass am 10.10.1981 die Gemeinde Schmelz und die Stadt Mitry Mory eine offizielle Städtepartnerschaft abschlossen.

 

Mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses auf der Grenze zwischen Hütters-dorf und Schmelz war innerhalb der Gemeinde und auch in Teilen der Feuerwehr der Gedanke verbunden, die Löschbezirke Schmelz und Hüttersdorf zu vereinen. Die Einheitsgemeinde Schmelz sollte so, wohl die Überlegung von Verantwortlichen zu einer Einheitsfeuerwehr führen. Von daher war der Standort sicherlich gut gewählt. Das Ziel wurde jedoch verfehlt, weil verständlicherweise der Löschbezirk Hüttersdorf eigenständig bleiben wollte. Aus heutiger Sicht spricht einiges dafür, dass der durchgesetzte Wille zur Eigenständigkeit der Hüttersdorfer Feuerwehr die richtige Entscheidung war. Feuerwehren sind nämlich nicht nur schlagkräftige technische Hilfstruppen, sondern sie sind auch wichtig für das Selbstverständnis und das dörfliche Leben in ländlichstrukturierten Gemeinden. Zudem sorgen sie als eigenständige Einheiten dafür, dass ein hoher Mannschaftsstand gehalten werden kann. Gerade bei der latenten Hochwassergefahr in der Gemeinde Schmelz ist dies aber von besonderer Wichtigkeit.

 

Am 06.01.1980 wurde Peter Zangerle für den erkrankten Alois Petry zum neuen Löschbezirksführer des Löschbezirkes Schmelz gewählt. Durch den Wegzug von Löschbezirksführer Peter Zangerle wurde eine Neuwahl des Löschbezirksführers im Januar 1982 erforderlich. Sein Nachfolger wurde Stefan Koch.

 

Mit dem Tag der offenen Tür in der Feuerwache gingen er und die Löschbezirksführung einen neuen Weg um für die Idee der Feuerwehr zu werben. So wurde 1984 auch zum ersten Mal ein Wettkampf „Ein Dorf spritzt" durchgeführt. Dieser Wettkampf erfreut sich gerade bei den Damenmannschaften auch heute noch großer Beliebtheit - auch zur besonderen Freude des Verfassers.

Im Rahmen des Tages der offenen Tür erfolgte vom 23. – 24.08.1986 auch die Einsegnung und Indienststellung des LF 16 H. Aus eigenen Mitteln wurde zudem im Jahr 1989 ein gebrauchter Mannschaftstransportwagen von der Polizei erworben.

 

Das Jahr 1989 war für die Feuerwehr in der Gemeinde Schmelz ein besonderes Jahr. Erstmals wurde ein Mitglied der Feuerwehr aus der Gemeinde Schmelz zum Kreisbrandinspekteur gewählt. Am 23.12.1988 wurde Helmut Hoffmann durch den Landrat Peter Winter mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Die Einführung als Brandinspekteur war am 21.03.1989. Mit der Ernennung zum Kreisbrandinspekteur erfuhr sein langjähriges erfolgreiches Wirken in der Gemeinde Schmelz und im Wehrführerkreis auf Kreisebene eine verdiente Würdigung.

 

Am 20.05.1990 wurde Adolf Bommersbach zu seinem Nachfolger als Wehrführer gewählt. Er hat dieses Amt bis zum heutigen Tage inne. Im Rahmen größerer Festlichkeiten wurden in den Jahren 1991 und 1992 das 20-jährige Bestehen der Freundschaften mit den Feuerwehren aus Mitry Mory und Astfeld gefeiert.

 

Im Januar 1993 wurde Erwin Eggs als Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Stefan Koch zum Löschbezirksführer gewählt.

 

Im Dezember 1993 ereignete sich in der Gemeinde Schmelz ein Hochwasser bisher unbekannten Ausmaßes. Ebenso wie im Januar 1995, als das Hochwasser noch größere Ausmaße annahm, musste die gesamte Feuerwehr der Gemeinde Schmelz unter extrem schwierigen Einsatzbedingungen versuchen, überflutete Keller und das Hab und Gut von vielen Bürgerinnen und Bürgern zu schützen. Die gesamte Feuerwehr aber auch das DRK, das Technisches Hilfswerk und zeitweilig die Bundeswehr waren notwendig um diese Herausforderungen zu meistern. Nicht zuletzt aufgrund dieser beiden Großereignisse sind die Löschbezirke in der Gemeinde Schmelz noch enger zusammengerückt und stellen heute eine wirkliche Einheit dar.

 

Am 11.07.1994 wurde ein neues LF 8 und ein Einsatzleitwagen in Dienst gestellt.

 

Am 13.06.1996 wurde Helmut Hoffmann nach erfolgreichem Wirken als Kreisbrandinspekteur aus Altersgründen in den Ruhestand versetzt. Für seine besonderen Verdienste um Völkerfreundschaft und das Feuerwehrwesen wurde Helmut Hoffmann am 05.03.1999 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Rahmen der Verabschiedung von Helmut Hoffmann wurde am 14. und 15.07.1999 auch die 25-jährige Partnerschaft mit der Feuerwehr Astfeld gefeiert. Diese Freundschaft wurde am 12.09.1997 mit dem Setzen eines Gipfelkreuzes auf dem Öttenbacher Berg über Astfeld gefestigt. Da im darauffolgenden Jahr jedoch der Blitz in dieses Gipfelkreuz einschlug, wurde vom 22. – 26.09.1999 ein zweites Gipfelkreuz an gleicher Stelle errichtet, das bis zum heutigen Tage Anlaufstation für viele Schmelzer, Astfelder und Urlaubsgäste im Sarntal ist.

Zum zweiten Mal nach 1979 wurde dem Löschbezirk Schmelz die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages vom 29. – 31.08.1997 übertragen. Dieser wurde mit viel Engagement und unter großer Beteiligung der Bevölkerung erfolgreich auf dem Marktplatz und in der Primshalle durchgeführt. Es war für die Feuerwehr und die Gemeinde eine gelungene Veranstaltung.

 

Am 17.10.1998 wurde ein neuer Mannschaftstransportwagen, aus eigenen Mitteln beschafft, eingesegnet. Er ersetzte das alte, nicht mehr gebrauchsfähige ehemalige Polizeitransportfahrzeug. Günter Altmeyer wurde am 10.01.1999 Nachfolger von Erwin Eggs als Löschbezirksführer des Löschbezirkes Schmelz. Im Juli 2001 wurde für viele Feuerwehrmänner ein langgehegter Wunschtraum erfüllt. Unter großer finanzieller Kraftanstrengung hatte sich die Gemeinde dazu entschieden eine gebrauchte Drehleiter DLK 12/9 anzuschaffen und so den Fahrzeugpark der Schmelzer Feuerwehr zu komplettieren. Die Anschaffung findet ihre Begründung in der veränderten Baustruktur in unserer Gemeinde. Die Zahl der mehrgeschossigen Häuser hat in den zurückliegenden 15 Jahren stark zugenommen. Die Gemeinde verfügt mittlerweile über 4 mehrgeschossige Seniorenwohnanlagen und mit der Marktplatzrandbebauung über einen Gebäudekomplex, der im Einsatzfall die schnelle Bereitstellung einer Leiter erforderlich macht.

 

Im Jahr des 175-jährigen Jubiläums hat der Löschbezirk Schmelz 48 aktive Feuerwehrmänner. In der Gesamtgemeinde sind es 179. Die Jugendwehr hat 15 Mitglieder, in der Gesamtgemeinde sind es 56. Die Zahl von 26 Mitgliedern in der Altersabteilung - auf Gemeindeebene sind es 62 Mitglieder - zeugt von einer aktiven Altersabteilung.

   
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