Obwohl die Feuerwehren von Außen und Bettingen während des gesamten Krieges bestanden hatten ist es nicht falsch, das Kriegsende in Schmelz am 18./19. März 1945 als einen tiefen Einschnitt in der Feuerwehrgeschichte zu verstehen, von dem aus ein Wiederaufbau unter neuen Bedingungen erfolgte.

 

Zunächst war die Feuerwehr, wie alle Vereine, nach dem Kontrollratsgesetz Nr. 52 verboten. Da die Existenz einer Feuerwehr auch unter Besatzung eine Notwendigkeit war, wurde sie jedoch bald wieder zugelassen, wenn auch mit halbierter Sollstärke und bei der Begrenzung aller Aktivitäten auf den Brandfall, d. h. Übung und kameradschaftliche Aktivitäten blieben untersagt.

 

Der von der Besatzungsmacht aus politisch unbelasteten Bürgern eingesetzte Ge-meinderat schuf neue Strukturen für die Feuerwehr. Obwohl die ehemals selbständigen Gemeinden Außen und Bettingen bereits 1937 in der neuen Gemeinde Schmelz aufgegangen waren, setzte erst 1945 der Schmelzer Gemeinderat eine einheitliche Wehrführung durch. Peter Staudt, der seit 1930 Wehrführer der Feuerwehr Außen gewesen war, wurde erster Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Schmelz. Weiter reichte der Mut des Gemeinderates nicht. Unter der Bezeichnung Löschzug Schmelz-Außen und Löschzug Schmelz-Bettingen lebten die ehemaligen selbständigen Wehren von Außen und Bettingen weiter fort. Da es zudem keinen gemeinsamen Vorstand gab, keine gemeinsamen Übungen durchgeführt, Familien- und Kameradschaftsabende getrennt durchgeführt wurden, entstand auch kein innerer Zusammenhalt in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Schmelz. Peter Staudt, der seinen Rückhalt in Außen hatte, wird sich vermutlich ab und an in der Rolle des Königs ohne Land gefühlt haben, denn jeder Löschzug hatte zudem einen eigenen Löschzugführer. Dies war für Schmelz-Außen bis 1953 Peter Groß. Ihm folgte in diesem Amt Josef Jakobs, dem 1959 Hans Heinz folgte, der dieses Amt bis zur Gründung der Löschbezirke am 31.12.1973 inne hatte. Für den Löschzug Schmelz-Bettingen war es von 1945 –1949 Johann Baus, danach bis 1951 Martin Irsch und bis zum Jahr 1952 Josef Jakobs, dem Willi Simmet bis 1953 und von 1953 – 1973 Klaus Leidinger folgte.

 

Die Konstellation, dass zwei selbständig agierenden Löschzügen ein Wehrführer vorstand, mag in der ersten Zeit, in der sowieso nur Einsätze gefahren werden durften, noch recht unproblematisch gewesen sein. Die Lage muss sich jedoch verkompliziert haben, als sich mit dem Jahr 1949 die Arbeit der Feuerwehr normalisierte.

 

Heimgekehrte Feuerwehrmänner nahmen ihren Dienst wieder auf. Neue Feuer-wehrmänner wurden in die Löschzüge aufgenommen, so dass um das Jahr 1950 die Außener Wehr wieder 32 aktive Feuerwehrmänner hatte und die Bettinger im Jahr 1952 29 Mann stark war. Allerdings existierte die Feuerwehr der Gemeinde Schmelz nur auf dem Papier. Jeder Löschzug verfügte über ein eigenes Feuerwehrgerätehaus und über je eine Motorspritze. Die Außener Feuerwehr hatte zudem 1949 noch die große Handspritzpumpe in Betrieb.

   
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