Die Gründungszeit

 

Dem am 01.01.1823 das Amt des Bettinger Bürgermeisters antretenden Johann Phi lipp Franz kommt der Verdienst zu, in den Folgejahren eine Feuerwehr aufgebaut zu haben und im Jahr 1826 oder 1827 eine fahrbare Feuerspritze angeschafft zu haben. In dieser ersten Freiwilligen Feuerwehr tat unter anderem der Unteroffizier der Land-wehr 2. Aufgebots Johann Schwarz aus Außen seinen Dienst. Ob er der erste Feuerwehrkommandant war bleibt offen.

 

Bürgermeister Johann Philipp Franz reagierte auf eine Annonce vom 06.01.1826 im Intelligenzblatt des Kreises Saarlouis in dem die Kupferschmiede Hess in der Fran-zösischen Straße Saarlouis eine Feuerspritze auf Rädern zum Kauf anbot. Bürgermeister Franz teilte dem Landrat mit, dass sich die Gemeinde Schmelz für diese Spritze interessiere. Der Kaufpreis von 160 Reichstalern könnte unter Umständen im Budget für 1827 Aufnahme finden. Zum Vergleich: Auf einer Versteigerung in Eimersdorf brachte 1823 ein Pferd einen Erlös von 12 Talern 9 Silbergroschen; ein Rind 14 Taler 5 Silbergroschen11. Vermutlich kam es zu dem Kauf dieser Spritze. Nachdem sie in verschiedenen Scheunen zunächst provisorisch untergebracht wur-de, wurde im Jahr 1828 (?) zum ersten Mal ein Spritzenhaus erbaut. Verantwortlich zeichnete der Schöffe Mathias Quinten, der es für 219 Reichstaler gegenüber dem Bauernhaus Johann Staudt in der Außener Hohlgass errichten ließ12. Die Spritze war mit Deichseln und Pferdegeschirr sowie mit Kummet versehen, vier Pferde wurden vorgespannt. Sie war solide und unter Verwendung von Kupfer gearbeitet, hatte einen Schlauch von ca. 8 m Länge und ein Fassungsvermögen von 15 Eimern Wassern.

 

Sie wurde von Hand durch „Pompiers" bedient. Die Bespannung mit Pferden hatten ortsansässige Bauern im Brandfall zu leisten. Für die Bedienung und Wartung standen Handwerker aus den Orten und Arbeiter der zwei Schmelzer Hüttenwerke, der Bettinger Schmelze und Kupferhütte auf der Gottesbelohnung zur Verfügung. Vor allem der Steiger Andreas Teutsch und Zimmermann Mathias Bechter beide waren auf der Gottesbelohnung Hütte beschäftigt taten sich als sachkundige Einsatzkräfte an der Pumpe hervor. Die Feldhüter des Ortes und wohl vor allem der Unteroffizier der Landwehr Johann Schwarz hatten im Einsatzfall eine führende Rolle. Johann Schwarz scheint die Einsätze vor Ort geleitet zu haben.

 

Dass die erste Schmelzer Pumpe in Außen stationiert war, hängt wohl mit der Höhenlage von Außen zusammen von wo ein guter Rundumblick gegeben war. Von hieraus konnte die Pumpe schnell auf die tiefer liegenden Einsatzorte verlegt werden.

 

Das Jahr 1829 als Gründungsjahr der Außener Feuerwehr wird deshalb gewählt, weil ab diesem Zeitpunkt gesicherte Aufzeichnungen vorliegen und die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr eindeutig dokumentiert werden kann. Dies ist der Verdienst des vorgenannten Bürgermeisters Franz, der in seinen Berichten an den Landrat in Saarlouis uns auch die Namen von Feuerwehrangehörigen überbracht hat.

 

„Schwarz Johann aus Außen, Unteroffizier der Landwehr 2. Aufgebots, zeichnete sich 1830 beim Brand in Buprich durch Ordnunghaltung rühmlich aus

Bechter Mathias, Zimmermann bei der Kupferhütte

Teutsch Andreas, Steiger bei der Kupferhütte

Lenhof Johann

Wilhelm Nikolaus

Schmidt Gottfried

Spang Nikolaus, Feldhüter

Erbel Peter.

 

Auch beim Brand in Bettingen, 1829, hatte dieser „Ackermann mit unglaublicher Schnelle die Feuerspritze zur Brandstelle gebracht"

Erbel Nikolaus, Küfer in Außen, hat sich außerdem durch „zweckmäßige Mani-pulationen" der Feuerspritze 1829 beim Brand in Lebach ausgezeichnet. „Er hätte Anspruch auf eine Gratifikation aus der Brandversicherungskasse".

Mathias Heinz, Außen, riss 1829 beim Brand Geid am Hasenberg in Bettingen unter Lebensgefahr mit Haken das Dach des Peter Krämer ein, um an die Heuvorräte zu kommen und sie vor dem Übergreifen des Feuers zu bewahren.

Nikolaus Bommer, Taglöhner in Außen, zeichnete sich bei diesem Brand ebenfalls aus.

Mathias Staudt, Außen, wurde belobigt, weil er die Feuerspritze am 26.03.1829 schnell anspannte und in schneller Fahrt zum brennenden Primsweiler Wald brachte. Allerdings war er in Knorscheid gelandet und 2 Pferde waren durch übertriebenes Jagen 2 Tage krank.

Heinrich und Peter Fischbach aus Bettingen (vielleicht Bettinger Schmelz) er-hielten 1829 auf Anregung des königlichen Lokalförsters in Bettingen, Hoor, der auch für den Primsweilerwald zuständig war, wo 4 ½ Morgen Heide abbrannten, eine Gratifikation für ihren Löscheinsatz, bei dem sie auch Kleidungsstücke einbüßten.13"

 

Ebenfalls aus einer obrigkeitlichen Belobigung aus dem Jahr 1938 erhalten wir die erste verbürgte Nachricht über die Existenz einer Feuerlöschkompanie in Bettingen.

 

„Bei dem am 13. v.M. zu Buprich, Kreis Saarlouis, ausgebrochenem Feuer, haben sich durch tätige Hilfeleistung, um die Verbreitung desselben zu verhindern, beson-ders ausgezeichnet:

 

1. die Feuerlösch-Kompanien von Außen und Bettingen,

2. der Hüttenwerksdirektor, Herr Buchholz,

3. der Schullehrer Stürmer nebst Sohn daselbst,

4. der Maurer Nikolaus Bommer aus Außen, und

5. der Maurer Mathias Schmitt daselbst,

welches wir hiermit lobend zur öffentlichen

Kenntnis bringen.14"

Am 30.04.1854 brannten in Außen am Ewenberg (heute Bereich Beethovenstraße) und in der Hohlgass 28 Häuser nieder. Anlässlich dieses Brandes ist der Einsatz und damit die Existenz der Freiwilligen Feuerwehr noch einmal belegt.

 

Aus der Rekonstruktion der aus dieser Frühzeit überlieferten öffentlichen Belobigungen von Einzelpersonen und Löschkompanien muss geschlossen werden, dass die Brandbekämpfung in dieser Zeit nicht alleinige Angelegenheit der Feuerlöschkompanien war. In der Regel war sie im Brandfall wohl eine Art Spezialeinsatzgruppe. Aufgrund fehlender Wasserleitungen und der begrenzten Leistungsfähigkeit der Brunnen waren alle Bürgerinnen und Bürger zur Hilfestellung verpflichtet. Leitern und Gerätschaften wurden herangeschafft, Löschketten schafften Wasser von privaten und öffentlichen Brunnen heran zum Befüllen der Pumpen und auch zum direkten Einsatz. Freiwillige werden sich auch an der Bergung von Hab und Gut aus betroffenen Häusern und Scheunen, sowie Ställen beteiligt haben. Mit ihren effizienten Pumpen und dem dazugehörigen Schlauchmaterial versuchten die Feuerlöschkompanien eine effektivere Brandbekämpfung. Es wird wohl Hand in Hand gearbeitet worden sein und der Feuerwehrkommandant und die Feldhüter, die Mitglieder in der Feuerlösch-kompanie waren, scheinen nach den vorliegenden Berichten den Gesamteinsatz koordiniert zu haben.

 

Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es nur wenige Zeugnisse zur Feu-erwehrgeschichte. Aus den vorliegenden Unterlagen lässt sich aber eindeutig ableiten, dass weder die Außener, noch die Bettinger Freiwillige Feuerwehr dauerhaft be-standen haben. Aus der Tatsache, dass es 1877 im Lokal Josef Dezes (heute „Alt Bettingen")15 zur Neugründung der Bettinger Freiwilligen Feuerwehr gekommen ist, ist ihre Auflösung in der Vorzeit abzuleiten, ohne jedoch einen Zeitpunkt bestimmen zu können. Zum Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Hegemeister Matthias Schon gewählt. Zum Leutnant (stellvertretender Hauptmann) der Gemeindeförster Baden, weiter im Vorstand war der Posthalter Johann Dezes und der Ackerer Johann Dittgen. Die Feuerwehr von Bettingen hatte zum Zeitpunkt ihrer Neugründung 25 Mitglieder.

 

Ein Bericht des Saarlouiser Landrates an die Regierung zu Trier aus dem Jahre 190916 nennt für die Bettinger Feuerwehr das Gründungsdatum 01.07.1879.

 

Dieses Datum trägt auch die Bettinger Feuerwehrfahne.

Keine dieser beiden Quellen muss jedoch falsch sein. Vielleicht ist die Gründung von 1877 gescheitert und erst der Gründungsakt aus dem Jahr 1879 war letztendlich erfolgreich. Für dieses endgültige Gründungsdatum der Bettinger Feuerwehr spricht die vorliegende Feuerwehrstammrolle, die im Jahr 1913 angelegt worden sein muss. Sie stützt sich vermutlich auf vorangegangene Mitgliederlisten. In ihr sind keine Eintrittsdaten vor dem Jahr 1879 verzeichnet.

 

1879 als Beitrittsdaten haben aber folgende Feuerwehrmänner:

- Michel Backes (Ackerer, *18.04.1847),

höchster Dienstgrad: stellvertretender Brandmeister

- Johann Rohnert (Bergmann, *27.04.1836),

höchster Dienstgrad: stelvertretender Brandmeister

- Johann Hager (Bergmann, *22.09.1841),

höchster Dienstgrad: stellvertretender Rohrführer

- Johann Becker (Schmied, *10.02.1852), höchster Dienstgrad: Rohrführer

- Johann Hoffmann (Ackerer, *09.04.1852),

höchster Dienstgrad: Abteilungsführer

Am 23.06.1889 war die Ausrüstung der Bettinger Feuerwehr Gegenstand der Beratungen im Bettinger Gemeinderat. Sein Beschluss gibt einen guten Einblick in die Verhältnisse dieser Zeit.

 

„Folgende Feuerwehrgeräte werden angeschafft:

30 m Schlauch 78 RM

2 Paar Messingverschraubungen 17 RM

50 Feuereimer 115 RM

12 Karabinerhaken 18 RM

3 Beleuchtungslaternen 16 RM

1 Einhakleiter 18 RM

insgesamt: 259 RM

 

Da unsere Gemeinde, wie aus beiliegender Nachweisung ersichtlich ist, in ärmlichen Verhältnissen lebt, so bitten wir, dass uns aus Provinzialmitteln 50 Mark bewilligt werden. Da wir das Bedürfnis einer geschulten Feuerwehr einsehen, so beschließen wir, die Einnahmen der Hundesteuer 1889 der Feuerwehr zuzuführen.17"

 

Zwischen 1882 und 1892 muss die Feuerwehr Außen sich aufgelöst haben. Aus den Mitgliedsausweisen von Peter Rau (*25.10.1858) und Friedrich Hussong (*23.05.1858) ist ihre Existenz für das Jahr 1882 belegt, denn am 12.05.1882 sind beide in die Freiwillige Feuerwehr Außen eingetreten. Am 20.11.1892 musste der Gemeinderat von Außen18 jedoch die Mitglieder eines Brandcorps wählen, dies bedeutet, dass an diesem Tag eine Pflichtfeuerwehr gegründet wurde, weil eine Freiwillige Feuerwehr nicht mehr zustande kam. 1895 war dieses Brandcorps beim Brand des Hauses Erbel in der heutigen Beethovenstraße mit einer neuangeschafften, pferdebespannten Feuerhanddruckspritze im Einsatz. Aus diesem Brandcorps heraus ergab sich bald wieder die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr für Außen. Bis zum Jahr 1900 traten ihr nachweislich bei:

 

Nickel Adam Eintrittsdatum 1893

Nikolaus Merten (*28.02.1869) Eintrittsdatum 03.04.1893

Mathias Staudt (*15.02.1869) Eintrittsdatum 24.05.1893

Georg Reuter (Stellmacher, *10.12.1873) Eintrittsdatum 18.06.1894

Stefan Peter Staudt (*18.05.1875) Eintrittsdatum 20.04.1897

Johann Noss (*29.12.1876) Eintrittsdatum 04.06.1898

Johann Herrmann (*28.09.1884) Eintrittsdatum 06.04.1900

Peter Josef Johann (*29.12.1883) Eintrittsdatum 06.04.1900

 

Dem Bericht des Landrates an die Trierer Regierung aus dem Jahr 1909 lässt sich entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt die Außener Wehr 40 Mitglieder und die Bettinger Wehr 36 Mitglieder hatten. Die Stammrolle der Bettinger Feuerwehr, die um das Jahr 1913 angelegt worden ist, umfasst 63 Namen, dies stellt allerdings nicht die Mannschaftsstärke der Freiwilligen Feuerwehr Bettingen zu diesem Zeitpunkt dar, denn es sind in ihr auch verstorbene und bereits ausgetretene Mitglieder verzeichnet.

Über die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr in dieser Zeit gibt das „Grundgesetz für die anerkannte Freiwillige Feuerwehr zu Aussen. Mit Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz herausgegeben vom Ausschuss des Feuerwehr-Verbandes der Rheinprovinz" aus dem Jahr 1907 gute Auskunft.

 

 

 

„IV. Verfassung und Verwaltung der Wehr.

§ 10

 

a. Einteilung. Die Freiwillige Feuerwehr muss mindestens 25 wirkliche (aktive) Mitglieder haben und einen vollständigen Löschzug stellen, der sich gliedert in:

 

a) 1 Ordnungsabteilung zur Aufrechthaltung der Ordnung auf der Brandstelle und dem Übungsplatze und deren Umgebung, zur Absperrung, zur Bergung und Bewachung des geretteten Gutes usw.

 

b) 1 Steigerabteilung zur Bedienung der Leitern, Rettungs- und Schutzgeräte, des Gerätewagens usw.

 

c) 1 Spritzenabteilung zur Bedienung der Spritzen, der Schlauchkarren usw.

 

d) 1 Wasserabteilung zur Herbeischaffung des Wassers zum Löschen, zur Bedienung der Wasserwagen und Kufen, zur Bildung der Eimerreihe usw.

 

Aus den Wehrmannschaften werden einzelne besonders dafür geeignete zum Samariter- (Sanitäts-) Dienste ausgebildet. Ebenso sind auch die Spielleute bzw. Hornisten unter die Abteilungen verteilt.

b. Führer. Für jede Abteilung ist ein „Abteilungsführer" erforderlich. Außer dem Brandmeister ist noch ein „Stellvertretender (II.) Brandmeister" angestellt, wozu aber in der Regel einer der Abteilungsführer gewählt wird.

In Abteilungen mit zahlreicher Mannschaft können außer den mit Feldwebelrang ausgestatteten „Abteilungsführer", auch noch „Oberfeuerwehrmänner", „Spritzenmeister", „Hydrantenmeister", mit Unteroffizierrang, ferner „Rohrführer", „Wagen-fahrer" oder „Obersteiger", mit Gefreitenrang bestellt werden. Der Dienstälteste im Unteroffizierrang vertritt den betreffenden „Abteilungsführer" in dessen Behinderung.19"

 

 

 

Für den Zeitpunkt zum Beginn des 1. Weltkrieges kann der Stand der Freiwilligen Feuerwehren in Außen und Bettingen wie folgt zusammengefasst werden: Das Prin-zip der Freiwilligen Feuerwehr zur effektiven Brandbekämpfung hatte sich endgültig durchgesetzt. Nach einem Bericht zum Stand der freiwilligen Feuerwehren im Land-kreis Saarlouis aus dem Jahr 1913 hatten die Feuerwehren von Außen und Bettingen jeweils 36 aktive Feuerwehrmänner.

 

Die Außener Feuerwehr verfügte über 2 pferdebespannte Feuerspritzen, eine kleine mit 4 Mann Besatzung und eine größere mit 8 Pompiers sowie über 300 m Schlauch. Seit 1900 war der Oberbrandmeister Georg Reuter Wehrführer. Das 1828 in der Hohlgasse gebaute Feuerwehrhaus existierte nicht mehr, denn am 23.01.1913 lehnte der Außener Gemeinderat eine vom Landrat angeordnete Beschaffung eines Feuerhakens ab, mit der Begründung, dass der Neubau eines Gerätehauses zur Unterstellung der Gerätschaften wichtiger sei. Mit dem Neubau dieses Gerätehauses wurde im Weltkrieg 1916 begonnen. Standort war der Bereich Ecke Robert-Koch-Straße/Reimsbacher Straße, dort wo heute die Bushaltestelle steht. Der heute 90-jährige Amtswehrführer a. D. Josef Jakobs erinnert sich, dass das Gerätehaus eher ein Schuppen war mit 3 separaten, bis zum Dach hin offenen Räumen. In einem Raum waren die Feuerwehrgeräte untergebracht, u. a. die beiden Handspritzpumpen, von denen eine größere mit 8 Mann Bedienung noch 1949 im Einsatz war, sowie ein Leiterwagen mit einer zweischubigen Leiter. In einem zweiten Raum war der Außener Leichenwagen untergestellt. Der dritte Raum diente zur Unterbringung von Obdachlosen. Von dem Gerätehaus, das bis 1952 in Funktion war, existiert keine Fotografie.

 

Die Bettinger Feuerwehr besaß 1913 eine Feuerspritze und 150 m Schlauch. Dies hat wohl genügt, weil aus topografischen Gründen die Löschwasserversorgung in Bettingen besser war. Von 1900 – 1913 war der Oberbrandmeister Jakob Kiefer Wehrführer. Von 1913 – 1922 war es Heinrich Simmet. Seit 1882/83 existierte in Bettingen auf dem heutigen freien Platz in der Ambetstraße ein Feuerwehrgerätehaus als Anbau an die Schule. Von diesem Gebäude existieren noch alte Fotografien. Hier hatte auch der Schmelzer Bauhof seine bescheidenen Gerätschaften (Handwagen, Werkzeuge, etc.) untergebracht.

 

 

 

Durch strenge Kontrollen und die Ahndungen von Verstößen war die Brandgefahr deutlich geringer geworden. Strohdächer gab es nicht mehr, dies ist auch ein Zeugnis für gewachsenen Wohlstand. Die Männer der Dörfer hatten zumeist in Gruben und Hüttenwerken Arbeit gefunden, wiewohl besonders in Außen Armut immer noch an der Tagesordnung war, was sich 1919 deutlich zeigen sollte.

 

 

 

Woran es 1913 noch mangelte, war eine flächendeckende zentrale Wasserversor-gung. Erst 1912 begann man in Bettingen ein Wasserleitungssystem aufzubauen und die Häuser im Ortskern daran anzuschließen, während die abseitsgelegenen Gebäude zum Teil noch Jahrzehnte auf einen Wasseranschluss warten mussten.

 

 

 

altes-feuerwehrhaus

 

Ehemalige Schule von Bettingen. Im Bild (links) der Schlauchturm des Gerätehauses

 

Die ärmere Gemeinde Außen erhielt erst ab dem Jahr 1923 eine zentrale Wasserversorgung mit Hausanschlüssen, wobei erwähnt werden muss, dass es ein Vorgängersystem mit öffentlichen Brunnen gab, die, soweit sie nicht aus einer Quelle direkt gespeist werden konnten, mit Zementrohren untereinander

 

verbunden waren, um die wasserarmen Ortsbereiche mit Trinkwasser zu versorgen. So standen u. a. 2 Wassertröge vor dem Spritzenhaus. Vor 1923 war ein Wasserbassin gegenüber der heutigen Oppener Straße in die Reimsbacher Straße gebaut worden, das aus der Hinzbach gespeist wurde. Eine zweite Leitung aus der Mühlenbach führte mit sehr wenig Gefälle auf die „Kehr" und wurde dort in ein Bassin eingespeist.

 

Die ankommenden Wassermengen waren aber so gering, dass ein eigens bestellter Wasserverteiler, genannt „De Box", zu bestimmten Zeiten den unterschiedlichen Ortsbereichen Wasser zuteilte.

 

Erst nach dem Bau des 1. Hochbehälters auf dem Gischberg 1923 wurde die Versorgung verbessert.

 

 

 

Der 1. Weltkrieg 1914 – 1918 stellte einen Einschnitt in die Feuerwehrgeschichte dar, da aktive Feuerwehrmänner eingezogen wurden. Anhand der Stammliste der Freiwilligen Feuerwehr Bettingen aus dem Jahr 1913 und den Standesamtsakten der Gemeinde Schmelz, konnte für die Freiwillige Feuerwehr Bettingen die Zahl von 2 gefallenen freiwilligen Feuerwehrmitgliedern ermittelt werden, wobei eine gewisse Fehlerquote einkalkuliert werden muss. Es handelte sich dabei um die Feuerwehrmänner Nikolaus Leuschen und Georg Peyo. Da für Außen keine Stammrolle aus dieser Zeit zur Verfügung steht, kann auch die Zahl der umgekommenen Feuerwehrmänner nicht ermittelt werden.

 

Belegt ist jedoch, dass der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Besatzungs- und Völkerbundszeit im Feuerwehrwesen zu keiner Einstellung der Aktivitäten geführt haben kann, denn im Kriegsjahr 1917 sind Josef Scheid, Peter Krämer und Jakob Gabriel in die Feuerwehr Bettingen eingetreten. Für den 01.05.1919 ist der Eintritt von Josef Altmeyer und für den 05.06.1919 sind die Beitritte von Michael Langenfeld und Arthur Hoffmann verzeichnet.

 

 

 

   
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