1918 – 1945

Bettingen

Besonders in den ersten Nachkriegsjahren hatte die Feuerwehr großen Zulauf. Bis 1926 traten allein der Bettinger Wehr 58 junge Männer bei, die zum Teil aber nur sehr kurz in der Feuerwehr verblieben. Aufgrund dieser Beitritte wurde der Vor-kriegsstand von rund 40 Männern für Bettingen als Mannschaftsstärke gehalten (1923 waren es 38 Feuerwehrmänner).

 

Bemerkenswert ist, dass 1922 erstmals 3 Bettinger jüdischen Glaubens der Feuer-wehr beitraten. In Außen gab es keine jüdische Bevölkerung, während die jüdische Gemeinde in Bettingen in den 20er Jahren ca. 30 Mitglieder und die Hüttersdorfer 1927 23 Mitglieder hatte. Sicherlich ist der Beitritt jüdischer Mitbürger in dieser Zeit als ein Schritt der Emanzipation innerhalb der Dorfgemeinschaft und des Willens zur Integration zu verstehen.

 

Als am 08.10.1919 der Berliner Spartakussaufstand der Linkssozialisten gegen die Regierung ausbrach, kam es auch zu Unruhen in Außen und Bettingen, an denen sich vor allem die verarmte Außener Bevölkerung beteiligte.20 Während dieser Unruhen wurden neben dem Geschäftshaus des Johann Biehl (Saarbrücker Straße neben dem „Alten Rathaus") auch die Geschäftshäuser der Juden Moses Marx (Goldbacher Straße) und Jakob Marx (heute Platz vor der Bäckerei Kartes) geplündert. Vielleicht auch als Reaktion auf diese Ereignisse traten am 01.07.1922 der Kaufmann Leo Marx, der bald aber wieder die Feuerwehr verließ, Moritz Nathan (Schneider), der 1923 nach Saarwellingen verzog und Edmund Herz der Freiwilligen Feuerwehr Bettingen bei. Der Metzger Edmund Herz hatte seinen Betrieb an der Ecke Hasenbergstraße/Lindenstraße, im heutigen Haus Ettelbrück, und eine angemietete Filiale in der Beethovenstraße 14. Edmund Herz war ein begeisterter Feuerwehrmann. 1927 – 1933 versah er das Amt des Kassenprüfers. 1933 wurde er Beisitzer im Vorstand der Bettinger Feuerwehr. Er war Mitglied in der Wehr- und Sanitätskolonne. Seine Feuerwehrkameraden erzählten von ihm, ?dass er noch im Feuerwehrhelm schliefe"21. Er blieb auch nach der Saarabstimmung vom 13.01.1935 in der Bettinger Feuerwehr, als rund 91,4% der Außener und Bettinger Bevölkerung für die Rückkehr zum Deutschen Reich votiert hatten. Am 01.03.1935 erfolgte die Rückgliederung des Saargebietes in das Deutsche Reich und damit in den Machtbereich der Nationalsozialisten. Für den 10.03.1935 verzeichnet die Stammrolle der Bettinger Feuerwehr den Austritt Edmund Herz’ aus der Freiwilligen Feuerwehr. Ob dieser Austritt freiwillig war oder unter Druck erfolgte, kann nicht mehr beantwortet werden, denn erst im Oktober 1935 erging ein Erlass des Innenministeriums, wonach „Nichtarier" von den Wehrführern „veranlasst" werden sollten, ihren Austritt freiwillig zu voll-ziehen22. Edmund Herz blieb in Schmelz. Er und seine Söhne Walter sowie Otto Moritz sind im Konzentrationslager zu Tode gekommen.

 

 

Am 01.07.1922 war Polizeiwachtmeister Nikolaus Ruschel als Brandmeister Wehrführer geworden. Er blieb bis 1932 im Amt. Die Jahre 1924 – 1933 verliefen ohne größere Einsätze. Lediglich 1924 und 1926 kam es zu je einem Brandeinsatz in Bettingen. Ein 1925 innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Bettingen gebildetes Pfeifer- und Trommlerchor löste sich 1932 wieder auf. Herausragendes Ereignis in diesen Jahren war das 50-jährige Stiftungsfest, das jedoch mit einjähriger Verspätung vom 12. – 14.07.1930 auf dem Festplatz in den Bettinger Wiesen gefeiert wurde. 1932 wurde der Brandmeister Matthias Pontius Wehrführer, der dieses Amt jedoch bereits am 01.09.1933 an den Oberbrandmeister Peter Risch weitergab. 1935 wurde Josef Hager, genannt „Matzen Roder", Wehrführer. Er hatte dieses Amt bis 1945 inne. Von herausragender Bedeutung für die Bettinger Wehr war die Anschaffung einer Motorspritze, die am 03.07.1934 feierlich in Dienst gestellt wurde.

 

 

 

Die Wehrführung innerhalb der Feuerwehr Außen ist von großer Kontinuität gekennzeichnet gewesen. 1900 war Georg Reuter zum Feuerwehrhauptmann ernannt worden. Nach dem ersten Weltkrieg hatte der Oberbrandmeister das Amt des Wehrfüh-rers noch bis 1926 inne. Ihm folgte der Schreiner Johann Noss ins Amt, dem 1930 der Briefträger Peter Staudt (Kur’ches Peter) folgte. Er blieb bis 1945 Wehrführer.

 

Allein 1919 traten 13 Männer der Feuerwehr bei. Zum Feuerwehrfest 1927 hatte die Außener Wehr 60 aktive Mitglieder. Über Einsätze aus dieser Zeit sind je 3 Hausbrände in den Jahren 1931 und 1932 überliefert.

 

Nach einer Chronik des Musikvereines „Harmonie" Schmelz war der Verein im Juni 1925 geschlossen, d. h. mit ca. 17 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Außen beigetreten und habe im gleichen Monat den ersten Prozessionsgang - wohl zu Pfingsten - gespielt. Die Zahl der Musiker stieg auf 23, von denen aber nur 17 auch aktive Feuerwehrmänner waren. Die Feuerwehrkapelle begleitete die Außener Wehr in den folgenden Jahren bei vielen Gelegenheiten. Die vereinsinterne Chronik des Musikvereines Harmonie aus dem Jahr 1960 weiß von vielen Anekdoten um schwierige nächtliche Heimwege zu berichten. Nach Aussagen von Josef Jakobs wurde spätestens 1930 damit begonnen, die Musiker mit Feuerwehruniformen auszurüsten. 1933 erhielt diese Kapelle für die stolze Summe von 200 Franken eine eigene Trommel. Josef Jakobs, dessen Großvater Peter Klauck in der Außener Wehr Brandmeister gewesen war und dessen Vater Johann Peter Jakobs seit den 20er Jahren Mitglied war, wollte 1930 in die Wehr eintreten. Wehrführer Peter Staudt musste diesen Antrag ablehnen, weil die Wehr kein Geld mehr für die Anschaffung von Uniformen zur Verfügung hatte. So konnte Josef Jakobs erst 1936 nach wiederholten Bemühungen der Wehr beitreten.

 

Mit dem Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich wurde, wie in allen ge-sellschaftlichen Bereichen, das nationalsozialistische Führerprinzip auch auf die Feuerwehr übertragen. Befehl und Gehorsam wurden das bestimmende Prinzip. Der Gedanke, dass alle auf der Basis der Freiwilligkeit sich unter einem gemeinsamen Ziel in der Feuerwehr zusammengefunden hatten, trat zurück. Das gesamte gesellschaftliche Leben wurde gleichgeschaltet. Alle Parteien außer der NSDAP wurden verboten, ebenso Gewerkschaften. Auch kirchlichen Jugendorganisationen wurden ihre Vereinsaktivitäten untersagt. Die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend (HJ) oder dem Bund Deutscher Mädel (BDM) wurde für alle Jugendlichen Pflicht. Die Gesellschaft wurde nach dem Führerprinzip militarisiert und uniformiert. Dies betraf auch die Feuerwehr. Die alten Helme, die mit ihrer Pickelhaubenform noch aus der wilhelminischen Zeit stammten, wurden ausgetauscht. Die neuen Stahlhelme entsprachen bezeichneter Weise in der Form der der Wehrmacht.

 

Der Erlass des Kreiswehrführers Marx anlässlich des Verbandstages in Dillingen gibt ein beregtes Zeugnis vom Geist der Zeit.

 

„ Rundschreiben No. 14/36.

 

An alle Wehrleiter und rangältesten Löschzugführer.

 

Im Nachtrag zu der vorgestrigen Besprechung mit den Herrn Wehrleitern gebe ich folgendes bekannt:

Gelegentlich eines gestrigen Zusammenseins mit dem Landesfeuerwehrführer hat dieser den Wunsch geäußert, beim Verbandstage in Dillingen, möglichst alle Führer im neuen Stahlhelm zu sehen. (Vom Hauptbrandmeister aufwärts: Leichtme-tall-aluminiumfarben). Der alte Spitzhelm soll überhaupt nicht mehr beim Verbandstag getragen werden. Diejenigen Führer, welche also bis zum 26. Juli 1936 keine neuen Helme beschaffen können, tragen Mütze. Es ist jedoch Pflicht eines jeden Kameraden, sich um die Beschaffung des neuen Helmes zu bemühen.

 

Der Landesführer wird beim Eintreffen im Dillinger Stadion die Wehren durch Lautsprecher mit dem Zuruf begrüßen:

 

„Heil Freiwillige Feuerwehren", worauf mit:

„Heil Landesfeuerwehrführer"

 

geantwortet wird. Nur die Wehrführer erheben hierbei und beim Abschreiten der Front die Hand zum deutschen Gruß.

Der sogenannte SA-Gruß (Abwinkeln des Armes) ist bei der Polizei und den Wehren nicht gestattet.

 

Das von mir bekanntgegebene Rauchverbot für Helmträger ist im Einverneh-men mit dem Landesfeuerwehrführer auf die Zeit bis zur Beendigung des Propagandamarsches beschränkt.

 

Der Landesfeuerwehrführer bestätigt meine Auffassung, dass die Beteiligung an der Paradeaufstellung und am Propagandamarsch für alle Wehrangehörigen Pflicht ist. Der Besuch anderer Veranstaltungen und der Hinweis auf „alte" Uniformen gelten nicht als Entschuldigungsgründe für Nichterscheinen.

 

Als Feuerschutz für die Ortschaften während des Verbandstages genügen 15% der aktiven Mannschaften zusammen mit den in den Altersabteillungen befindlichen Mannschaften.

 

Heil Hitler !

 

Marx.

Kreisfeuerwehrführer.23"

 

Dies hat, so Josef Jakobs die Stimmung in der Feuerwehr getrübt. Es dauerte jedoch bis September 1938 bis die kompletten Wehren von Außen und Bettingen, gemäß dem Geist der Zeit, mit neuen Helmen ausgerüstet wurden. So verzeichnet das Kassenbuch der Feuerwehr Bettingen am 05.09.1938 den Empfang von 33 neuen Helmen sowie 31 Stück Koppel und Säbel. Ein Amtswehrführer wurde eingesetzt. Er hatte die Freiwillige Feuerwehr aller amtsangehörigen Gemeinden zu leiten, gemeinsame Übungen zu organisieren und die Arbeit zu koordinieren. Erster Amtswehrführer wurde der Hüttersdorfer Wehrführer Jakob Sinnwell. Nach 1935 wurde auch für Außen eine Motorspritze angeschafft.

 

Fünf Monate vor Beginn des zweiten Weltkrieges am 15.04.1939 hatte die Bettinger Feuerwehr 32 aktive Feuerwehrmänner. Zur gleichen Zeit hatte allein der Halbzug 6 – 7 der Feuerwehr Schmelz-Außen 40 aktive Feuerwehrmänner.

 

1937 kam es zu einer Gebiets- und Verwaltungsreform. Außen und Bettingen wurden unter dem Kunstnamen „Schmelz" zu einer Großgemeinde zusammengeführt. Der Name Schmelz wurde gewählt, weil in der Bettinger Eisenschmelze auf Außener Bann Jahrhunderte lang Eisen geschmolzen worden war. Der neue gemeinsame Gemeindename war umstritten. So gab es noch kurz vor der Gebietsreform einen Vorstoß Bettinger Bürger bis zum Reichspropagandaministerium in Berlin mit dem Ziel, die neue Gemeinde Bettingenhausen zu nennen, was natürlich nicht den Beifall der Außener fand, die ihren Namen verunstaltet sahen. Immerhin gab es zu dieser Zeit und noch bis in die 50er Jahre hinein, was viele Anekdoten belegen, eine starke Rivalität zwischen den Orten Außen und Bettingen. Es wundert daher nicht, dass Josef Jakobs sich an keine regelmäßigen gemeinsamen Übungen der Bettinger und Außener Feuerwehr erinnern kann. Es wurde 1937 bezeichnender Weise und obwohl die gesetzliche Möglichkeiten dafür geschaffen waren, darauf verzichtet, einen gemeinsamen Wehrführer zu bestimmen es hätte ja entweder ein Außener oder ein Bettinger sein müssen. Die Chroniken anderer Vereine aus unserer Gemeinde verzeichnen bei gleichartigen Situationen, wenn also in einem Verein ein Vorsitzender aus Außen oder aus Bettingen bestimmt werden musste, Abspaltungen, Austritte, gar Vereinsauflösungen. Dies hat sich Gott sei dank sehr geändert.

Als am 01.09.1939 Adolf Hitler den zweiten Weltkrieg durch den Überfall auf Polen auslöste, wurden viele Wehrmänner aus Außen und Bettingen zum Kriegsdienst eingezogen. Viele kamen im Krieg oder in der anschließenden Gefangenschaft ums Leben. Die Zahl umgekommener Schmelzer Wehrmänner läßt sich aufgrund der Datenlage nicht mehr ermitteln.

Nur die älteren aktiven Wehrmänner, die nicht mehr zum Kriegsdienst herangezogen wurden oder unabkömmlich geschriebene wehrfähige Männer, blieben in der Heimat und hielten sowohl in Außen als auch in Bettingen die Aktivitäten der Wehr auf niedrigem Niveau aufrecht. Da ein Großteil der Mitgliederverzeichnisse, der Beschlussbücher und sonstigen Unterlagen aus der Zeit des Dritten Reiches 1945 vernichtet wurden, ist es schwer ein Bild dieser Zeit zu zeichnen. Fest steht, dass die beiden Wehren während des Krieges fortbestanden haben. In geringem Umfang sind auch neue Mitglieder aufgenommen worden. So trat am 23.05.1942 Ewald Erbel und am 05.04.1943 Hans Heinz der Freiwilligen Feuerwehr Außen bei.

Für den 28.06.1942 existiert noch ein Verzeichnis zum Stand der Wehr Schmelz-Außen. Sie hatte noch 38 aktive Mitglieder. Zudem waren zum Luftschutz- und Feuerwehrdienst vor allem rüstige Rentner dienstverpflichtet. 71 Namen umfasst eine vorliegende Liste für Außen. 49 der Männer waren pensionierte Bergleute. Für Bettingen gibt es keine vergleichbaren Unterlagen mehr. Zeitzeugen bestätigen jedoch auch den Fortbestand der Wehr Bettingen. Belegt ist auch, dass 1943 Hitlerjungen des Schuljahrganges 1928 in die Feuerwehr integriert wurden. Aufgrund ihres Dienstes in der Feuerwehr mussten diese 15-jährigen Buben nur die Pflichtunterrichte der Hitlerjugend besuchen, ansonsten waren sie vom Hitlerjugenddienst freigestellt. Dies regelte ein Erlass des Jugendführers des Deutschen Reiches (JF d. D. t. R. vom 25.06.1942, der nachfolgend abgedruckt ist.)

 

„5. Kriegseinsatz der Hitler-Jugend im Feuerwehrdienst

 

(RgErl. des JFdDtR. vom 25. Juni 1942 – I J 2140 –) veröffentlicht im „Amtlichen Nachrichtenblatt" (RJF) Nr. 10 vom 10. Juli 1942

 

Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat am 3. Juni 1942 einen Runderlaß über die Erhöhung der Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren herausgegeben, den ich auszugsweise zur Kenntnis bringe:

„. . .

Mit dem Reichsjugendführer der NSDAP. und dem JFdDtR. ist erneut ver-einbart, dass dort, wo nicht bereits geschlossene Feuerwehrscharen der Hitler-Jugend aufgestellt sind, aus den örtlichen Einheiten der Hitler-Jugend auf An-forderung des Ortspolizeiverwalters beim Standortführer der Hitler-Jugend geeignete Hitlerjungen als Ergänzungskräfte zur Feuerwehr kommandiert werden. Die Einheiten der Hitler-Jugend haben vom JFdDtR. nochmals Weisung erhalten, in erster Linie solche Hitlerjungen heranzuziehen, die zur Erhöhung der A-larmbereitschaft der Feuerwehren wirklich beitragen, also vor allem körperlich geeignet sind, in nächster Nähe der Feuerwehrgerätehäuser oder in solchen Ortsteilen wohnen, wo es an Hilfskräften fehlt. Auf Wunsch des JFdDtR. sind die Hitlerjungen, auch wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben sollten, nicht im Wege des Notdienstes heranzuziehen. Der Feuerwehrdienst wird von der Hitler-Jugend vielmehr überall im Rahmen des freiwilligen Kriegseinsatzes geleistet, wobei die Vordringlichkeit dieses Dienstes einschließlich der Ausbildung in der Kriegszeit jedem anderen Dienst der Hitler-Jugend gegenüber anerkannt wird. Die zum Feuerwehrdienst kommandierten Hitlerjungen sollen im allgemeinen das 15. Lebensjahr vollendet haben; bei kräftiger Entwicklung sind Ausnahmen zulässig. Befehlsmäßig unterstehen die Jungen bei Übungen und im Einsatz dem zuständigen Feuerwehrführer bzw. örtlichen Luftschutzleiter."

 

In Ergänzung dieses Erlasses bestimme ich:

 

1. In allen Orten, wo bisher in der Hitler-Jugend geschlossene Feuerwehrscharen gebildet wurden, ist dafür Sorge zu tragen, dass alle Abgänge frühzeitig erkannt und durch geeigneten Nachwuchs ersetzt werden. Zur Erhöhung der Alarmbereitschaft der Feuerwehr sind in erster Linie solche Hitlerjungen heranzuziehen, die in nächster Nähe der Feuerwehrgerätehäuser oder in solchen Orten wohnen, wo es an geeigneten Hilfskräften für die Feuerwehr fehlt.

 

2. Die Führer der Feuerwehrscharen müssen für ihre Aufgaben besonders geeignet sein. Die feuerwehrtechnischen Kenntnisse werden ihnen durch die Teilnahme an geschlossenen Hitler-Jugend-Lehrgängen der Landes-, Provinzial- und Gaufeuerwehrschulen vermittelt.

 

3. Um eine dienstliche Überlastung der in der feuerwehrtechnischen Ausbildung stehenden Hitlerjungen zu vermeiden, ist der Hitler-Jugend-Dienst mit Ausnahme des Pflichtdienstes weitgehendst zu beschränken. Dies gilt in besonderem Maße für solche Hitlerjungen, die neben der allgemeinen feuerwehrtechnischen Ausbildung zu Bereitschaftswachenoder Schnellkommandos herangezogen werden. Hier kann auch über den Pflichtdienst hinaus Dienstbefreiung nach Absatz 4 meines Erlasses vom 21. Oktober 1941 (IV J 3420, A. N. S.154) gewährt werden. Wegen der Abgrenzung der Jugenddienstpflicht und des Feuerwehr-dienstes verweise ich auf meinen gemeinsam mit dem Reichsminister des Innern herausgegebenen Runderlaß vom 20. Juni 1941 (I J 2140, A. N. S. 71).

 

4. Hitlerjungen, die im Feuerlöschdienst ausgebildet sind und vorüber gehend im Ernteeinsatz stehen, sollen auch im neuen Standort für den Feuerwehrdienst herangezogen werden. Der für den Ernteeinsatz verantwortliche Hitler-Jugend-Führer hat deshalb mit dem örtlichen Feuerwehrführer in Verbindung zu treten.

A l l e F ü h r e r d e r H i t l e r – J u g e n d haben die feuerwehrtechnische Ausbildung als Kriegsaufgabe nachdrücklichst zu unterstützen. Auf die bisher erlassenen Anordnungen (Vereinbarung mit dem Reichsführer SS, A. N. VII/12 vom 30. Juni 1939, S. 236, Anordnung des Stabsführers im Reichsbefehl 12/K vom 17. November 1939, Runderlaß des Jungendführers des Deutschen Reichs vom 10. Juni 1941 – I J 2140, A. N. S. 69 – und vom 20. Juni 1941 – I J 2140, A. N. S. 71 –) wird verwiesen.24"

 

Die Jugendlichen waren ebenso wie die dienstverpflichteten Männer des Ortes dem Kommando des Wehrleiters unterstellt. Anders als in anderen Orten des Saarlandes ist für Schmelz insgesamt der Nachweis, dass in den Kriegsjahren Frauen in der Feuerwehr Dienst taten, nicht geführt worden.

 

Der Feuerwehrmann Franz Josef Jochem wurde 1944 während eines Einsatzes, bei dem die Bettinger Wehr versuchte mehrere in Brand geschossene Bettinger Häuser zu löschen, von erneut angreifenden Jagdbombern tödlich getroffen.

 

 

   
© Copyright Feuerwehr Schmelz