Tipps und Tricks für uns  

   

Was ist Hepatitis ?

Die Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die durch das entsprechende Virus verursacht wird. Wir kennen im Allgemeinen drei Arten der Hepatitisviren: das HAV (Hepatitis-A-Virus), das HBV (Hepatitis-B-Virus) und HCV (Hepatitis-C-Virus). Es gibt noch weitere Arten, die jedoch zum selben Krankheitsbild führen. Gefährlich ist die Hepatitis, da sie die Leber zerstört (Leberzirrhose) und zu Leberkrebs führen kann. Im Krankheitsverlauf unterscheidet man drei Formen: 1. die Ausheilung, 2. die chronische und 3. die fulminante Hepatitis mit Todesfolge.

Die Hepatitis A ist noch die ungefährlichste Form. Die Infektionsrate in Europa liegt bei 20%. Ausgelöst wird sie durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser, z. B. beim Abpumpen von Wasser, Warten und Reinigen von kontaminiertem Gerät, Verpflegen am Einsatzort. Die Heilungschancen liegen bei nahezu 100%. Danach besitzt der Patient lebenslange Immunität.

Viel gefährlicher ist die Hepatitis B, die hauptsächlich durch Blut zu Blut übertragen wird. Dabei ist auch bereits geronnenes Blut gefährlich. Die Infektionsrate liegt bei 5-10%. Das HBV ist hoch infektiös und besitzt ein Infektionsrisiko von 30%. Hier ein Beispiel: Bringt man einen Tropfen infiziertes Blut in eine mit Wasser gefüllte Wanne, so kann das gesamte Wasser zu einer Infektion führen. Die Heilungschancen liegen bei 90%. Bisher gab es im Saarland einen Fall, bei dem sich ein Feuerwehrmann im Feuerwehrdienst mit Hepatitis B infiziert hat. Dieser war dann ein halbes Jahr arbeitsunfähig.

Am gefährlichsten ist die Hepatitis C. Sie ist zwar geringer infektiös, besitzt aber meist einen chronischen Verlauf und Heilungschancen unter 50%. Gegen sie gibt es auch keine Impfung.

Gegen Hepatitis A und B kann man aber Impfen, und das ist das Hauptanliegen des LFV: Eine kostenlose Impfung für alle freiwilligen Feuerwehrkräfte. In diesem Zusammenhang gibt es noch eine Kuriosität: Die STIKO (ständige Impfkommission des Robert Koch Institutes) empfiehlt die HBV-Impfung für alle Ersthelfer. Laut Gesetz sind Ersthelfer zwar Retter des DRK oder der Feuerwehren mit Rettungsdienst (im Saarland Saarbrücken und Neunkirchen), jedoch nicht der einzelne Feuerwehrmann der freiwilligen Wehren, obwohl diese bei einem VU genauso mit Verletzten in Berührung kommen.

Was kostet die Impfung ?

Eine Impfung gegen Hepatitis findet in drei Sitzungen statt. Nach der ersten Spritze muss im Abstand von 4 Wochen und einem halben Jahr erneut geimpft werden, um den vollen Schutz zu gewährleisten. Dabei kostet eine komplette Impfung etwa 150 EUR. Der KFV und LFV bekäme diese Impfung inklusive Equipment vom Hersteller für etwa 110 EUR.

Soll ich mich weiterhin schützen ?

Sonstige Schutzmaßnahmen sind weiterhin unbedingt erforderlich. Dies kann zum einen durch das Tragen von Schutzhandschuhen (kein Kontakt mit infiziertem Material) und Gesichtsschutz (gegen Schleimhautkontakt) geschehen.

Wie soll man sich verhalten, wenn man mit Blut in Berührung kam ?

Bei Stich- und Schnittverletzungen sollte man den Blutfluss fördern (>1 Min.). Bei Kontamination der Haut, der Augen oder der Mundhöhle sollte mit Wasser, Kochsalzlösung oder PVP-Jod gespült werden. Durch den Rettungsdienst wird dann mit einem Antiseptikum gespült, ein Wirkstoffdepot angelegt sowie aktiv und passiv geimpft. Die passive Impfung muss beim HAV innerhalb von 10 Tagen, beim HBV innerhalb von 48 Stunden geschehen.

Einen Zusammenhang zwischen einer Infektion und einem Einsatz herzustellen ist sehr schwer, da wir von hohen Inkubationszeiten (Zeit zw. Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) ausgehen müssen. Er sollte jedoch immer in Betracht gezogen werden. Hepatitis A hat eine Inkubationszeit von 25 bis 30 Tagen, Hepatitis B von 40 bis 200 (!) Tagen. Hepatitis C kann nach 2 bis 26 (!) Wochen ausbrechen.

 

Empfehlung
Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren soll nach einer entsprechenden Gefährdungsanalyse aufgrund eines plausiblen oder nachgewiesenem erhöhtem Infektionsrisiko die Möglichkeit einer freiwilligen kostenlosen Hepatitis-Schutzimpfung entsprechend den Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts) angeboten werden.
 
Bitte mit dem Löschbzirksführer in Verbindung setzten um eine Impfung oder Titerbestimmung durchzuführen.
 

Die Bestimmung des Titers (Impftiter, Schutztiter) gibt Auskunft darüber, ob und wie viele Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger vorhanden sind. Der Titer ist also ein Maß für die Immunität des Körpers gegen eine bestimmte Krankheit nach einer vorausgegangenen Impfung.


   
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